Bluesnacht

Die Kneipen rocken

Festival in Altomünster wird beinahe zum Outdoor Event

Von Bettina Listl

Altomünster - " Should I stay or should I go?" Diese Frage war schnell beantwortet. In Altomünster entschied sich am Samstagabend jeder zum Bleiben, denn die Bands, die beim diesjährigen Kneipenfestival auftraten, rockten. 17 Bands und acht Kneipen verwandelten den Marktplatz in eine Flaniermeile und die warme Nacht machte das Ganze beinahe zu einem Outdoor Event.

Dass soviel Trubel auf den Straßen um die Lokale war, lag aber nicht nur an den sommerlichen Temperaturen, sondern an der schieren Masse musikhungriger Besucher, die kaum alle in die Gaststätten, Bistros und Kneipen passten. Die Menschen drängten sich in den Eingängen und an den Fenstern, um wenigstens etwas zu hören. Ein Durchkommen bis zur Bühne war oftmals nicht mehr möglich und häufig waren nicht mehr als ein paar Zentimeter Abstand zwischen Publikum und Musiker.
Besonders eng ging es im Nachtcafe, im Pils Pub Bierdeckel und beim Kapplerbräu her. Hier spielten Bands wie Planters Punch, Panaphonics, Burning Heat oder die Aichacher Combo Tom, Dick and Harry praktisch mitten im Publikum und konnten mit ihren Fans auf Tuchfühlung gehen. Aber trotz der Enge und Hitze war die Stimmung sowohl in den Lokalen als auch draußen, phänomenal. Im Gasthaus Zum Herzog fühlten sich die Zuhörer von Botchers an längst vergangene Zeiten erinnert, als diese Oldies aus der Ära des Rock'n'Roll wieder aufleben ließen. Das Publikum tanzte und twistete zu Hits von Elvis, den Beatles oder den Crystals.

Packender Blues mit persönlicher NoteNoteNoteNote

Besonder heiß, eng und ausgelassen gings auch beim Maierbräu her. Die bekannte Aichacher Bluesband Out of Blue eröffnete hier den Abend und zeichnete sich wie immer durch musikalische Perfektion aus. Die Orgel, die Gitarre, der Bass, der Sänger - da stimmte einfach alles und das Publikum war ihnen verfallen. Eine ganz andere Richtung schlugen anschließend Arg Loud ein. Mit einer Mischung aus alten Klassikern der 60er Jahre und Chart Hits der 90er Jahre brachten sie die Stimmung zum kochen. Vor allem der Sänger Markus Well brachte mit seiner scheinbar endlosen Energie und kräftigen Stimme die Zuhörer zum Hüpfen, Tanzen und Singen. Mit Songs von den Ärzten, Green Day, Blink 182 oder der Bloodhound Gang traf die Band den Geschmack ihrer Fans und hatte dabei mindestens genauso ihren Spaß. An ein Ende wollte da keiner denken und so wurde auch die Zugabe fast schon zu einem Zusatzkonzert, denn immer wieder war man sich einig: Einer geht noch!
Ein Nachspiel hatte der Abend noch für sechs Besucher, die randalierten; einer von ihnen, eventuell der Auslöser der Schlägerei, wurde dabei am Rücken verletzt. Nachdem zunächst von einer schweren Verletzung ausgegangen wurde, rückte die Polizei mit sechs Streifenwagen an, um ein Ausufern zu verhindern. Der genaue Ablauf wird noch ermittelt. Ansonsten verlief das Festival nach Angaben der Polizei Fürstenfeldbruck ausgesprochen ruhig.

Aichacher Zeitung - 16.04.2007

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